Löwenberg

 

Personenstandsregister:

Ev.:        Kirchengemeinde Löwenberg

            Kirchenbücher geführt seit 1741

            Gegenreformation: nach Friedersdorf a. Qu., Kreis Lauban (KB ab 1654),

            Nieder-Wiese, Kreis Lauban (KB ab 1611), Probsthain, Kreis Goldberg (KB ab

            1655, Pilgramsdorf, Kreis Goldberg (KB ab 1602) und nach Harpersdorf,

            Kreis Goldberg (KB ab 1699)

Kath.:      Mariä Himmelfahrt, gegr. 1217

            Dek. Lähn

            Kirchenbücher geführt seit: Tf. 1752, Tr. 1742, Bg. 1749

            (davor Eintragungen als Filiale von Greiffenberg – ab 1597)

Standesamt: Löwenberg

 

1937 waren folgende Kirchenbücher vorhanden:

Ev.:   Tf., Tr., Bg. 1741-1937       

       Kf. 1891-1937                       

       BA. 1902-1937                       

Ev.-luth. siehe Görlitz

Kath.: Tf. 1712-1937

       Tr. 1742-1937

       Bg. 1749-1937

 

davon Duplikate beim Amtsgericht Löwenberg:

Ev.:   Tf., Tr., Bg. 1794-1874       

Kath.: Tf., Tr. 1794-1874

       Bg. 1794-1845, 1849-1874

 

Im Frühjahr 1945 waren folgende Bücher vorhanden:

Kath.: Tf. 1752-1833, 1859-1943

       Tr. 1742-1942

       Bg. 1749-1885, 1901-1943

 

Aktueller Bestand:

Bei der Deutschen Zentralstelle für Genealogie Leipzig:

Kath.: Tf. 1712-1752

 

 

Bei den Mormonen:

Kath.: Tf. 1660-1678, 1691-1752

       Tr. 1654-1769

       Bg. 1652-1720

 

Im Diözesanarchiv Breslau (Archiwum Archidiecezjalne Wroclaw):

Kath.: Tf. 1712-1752

       Sign. 356

 

Als Filiale von Greiffenberg:

Kath.: Tf. 1712-1728

       Tr. 1712-1732

       Bg. 1712-1729

       Sign. 434

 

Standesamtunterlagen im Staatsarchiv, Hirschberg:

Geburtsregister: 1874-1940

(ist nicht im polnischen Archivverzeichnis angegeben!)

 

Standesamtunterlagen im Standesamt Löwenberg:

Geburtsregister: 1945

Heiratsregister: 1945

Sterberegister:  1944-1945

 

Standesamtunterlagen bei den Mormonen:

Heirats-Index: 1874-1902

Aufgebote und Eheschließungen: 1874-1884

 

 

Artikel „Verzeichnisse der katholischen Einwohner in Schweidnitz,

Landeshut und Löwenberg (1651)“, 2 Teile aus „Der Schlesische

Familienforscher“, 2. Band, 1936-1941

 

 

Die Löwenberger Stadtbücher und Urkunden

 

Löwenberger Wappen und Siegel

 

Denkschrift 1784 (Laubaner Torturmknopf)

 

100 Jahre Blücherbüste (Artikel aus „Löwenberger Anzeiger“ vom 03.04.1941)

 

800 Jahre Stadtrechte Löwenberg?

 

Die Beziehungen Christophs von Talkenberg zu Löwenberg - Dr. Hermann Wesemann

 

Das Hohberg-Mausoleum auf dem Löwenberger Friedhof

 

 

Artikel in den „Löwenberger Heimatgrüßen“

 

 

„Schlesische Zeitung“

Mittwoch, den 3. September 1851

Sonnabend den 30. August fand ein sehr feierliches Begräbniß hier statt. Des Magistrats Mitglieder und einige Gemeindevertreter trugen zum Friedhofe hinaus einen Ehrenmann unserer Stadt. Herr S. H. Paul, von 1810-1841 der evangelischen Stadtschule Prorector und Rector, welcher in diesem Zeitraum von 31 Jahren mit seltener Treue und Hingebung dieser Anstalt vorgestanden hat, wurde von vielen Hunderten seiner ehemaligen Schüler zu Grabe geleitet. Herr Superintendent Georgy anerkannte in einer trefflichen Rede des Verstorbenen zahlreiche Verdienste und als Hunderte von Mädchen auf den Sarg grüne Kränze warfen, predigte jeder einzelne Kranz die Hoffnung des Wiedersehens für den frommen Dulder, der Jahre gelitten hat, wie für die Hinterbliebenen.

 

 

Lähner Anzeiger“

Dienstag, den 6. November 1906

Löwenberg. Denkmalsenthüllung

Sonntag, den 11. November findet in Löwenberg die Enthüllung des Lutherdenkmals statt. Der Festzug beginnt um 2 ¾ Uhr und bewegt sich vom ehemaligen Klostergebäude (Realschule) über die Promenade nach dem Denkmalsplatze. Der Enthüllungsfeier schließt sich ein Festgottesdienst an. Abends 8 Uhr beginnt der Familienabend im Gasthof zum „Weißen Roß“. Die Nachbargemeinden sind herzlichst zu der Feier eingeladen. Spenden für den noch hilfsbedürftigen Denkmalfonds sind sehr willkommen und werden hierselbst durch Pastor Borchert gern entgegengenommen.

 

Lähner Anzeiger“

Sonnabend, den 10. November 1906

Löwenberg. Denkmalsenthüllung

Die evangelische Kirchgemeinde Löwenberg will am Tauftage Luthers, Sonntag, den 11. November, ihr Luther-Denkmal enthüllen, und der Enthüllungstag soll für sie ein Festtag werden, den sie durch Festzug, Weiheakt, Festgottesdienst und Familienabend begehen will. Ein Erinnerungsblatt wird herausgegeben, ein Gedicht des Sanitätsrats Dr. Baer-Hirschberg wird als Weihespruch gesprochen werden. Der Darmstädter Meister Robert Cauer, der Hauptschöpfer des Hutten.Sickingen.Denkmals und der Schöpfer des Riesenreiterstandbildes des amerikanischen Generals Franz Sigl († 1862) zu St. Louis, hat in einer überlebensgroßen Bronzebüste, die auf einem Sockel von poliertem schlesischen Granit ruht, den Reformator dargestellt, wie er wohl in den letzten Jahren seines Lebens dreingeschaut hat, ernst und entschieden, besonnen und mild. Kein Name nennt den Dargestellten, aber die Aufschrift „Ein´ feste Burg ist unser Gott“ und der Eichenkranz, der den Sockel umschlingt, künden den Ruhm des deutschen Kirchenerneuerers. 

 

Lähner Anzeiger“

Donnerstag, 15. November 1906

Löwenberg. Denkmalenthüllung

Die Enthüllung des Lutherdenkmals in Löwenberg

am vorigen Sonntage, an welcher auch eine Deputation des hiesigen Evangelischen Männer- und Jünglingsvereins teilnahm, gestaltete sich zu einer erhebenden und schönen Feier. Ueber 1000 Menschen waren um das Denkmal versammelt, als Superintendent Fiedler die Weihrede hielt. Dieselbe hob hervor, daß das Denkmal nicht ein Kampfeszeichen gegen die katholischen Mitbürger, aber ein Sammelzeichen für die Bekemmer des Evangeliums und ein Dankeszeichen an den großen Reformator sein soll. Redner feierte denselben als den großen, kerndeutschen Volksmann, als eine weltgeschichtliche Persönlichkeit, die erneuernd, erschütternd und belebend auf alle Gebiete des öffentlichen Lebens einwirkte, als auserwähltes Rüstzeug Gottes und unvergleichlichen Glaubenshelden, der für die erkannte Wahrheit seine ganze Person, sein Leben eingesetzt hat. Nach der Ansprache fiel die Hülle und das Denkmal des genialen Künstlers Robert Cauer-Darmstadt zeigte sich in seiner erhabenen Schönheit und Einfachheit. Die überlebensgroße Bronzebüste, ruhend auf einem Sockel von poliertem schlesischem Marmor, stellt Luther in den letzten Jahren dar als gereiften Kämpfer. Vikar Ritter-Löwenberg sprach den von Sanitätsrat Baer-Hirschberg für die Feier gedichteten Weihespruch:

 

So ist die Hülle denn gefallen,

die uns das edle Bildnis barg.

Nun rede, Luther, zu uns allen,

Wie einst der Windsbraut gleich so stark!

     Die   K i n d e r ,   die zu deinen Füßen

     Hier spielen werden, froh vereint,

     Die soll dein mildes Auge grüßen,

     Du Vater und du Kinderfreund!

Dem   J ü n g l i n g   zeig die trotzgen Falten,

Vom Zorn in deine Stirn genagt!

Umringt von feindlichen Gewalten

Hast du vorm Teufel nicht gezagt!

     Den   F r a u e n   sprich von deiner Käthe

     Und deinem treuen Ehebund,

     Von deinem brünstigen Gebete,

     Von Liedern, die uns sang dein Mund!

Den   M ä n n e r n   aber zeig dein Herze,

Das   d e u t s c h e   Herz, wie Gold so klar,

Im Glauben fest, bereit zum Scherze,

Dem Freunde trau unwandelbar!

     So stehe, Bild, der Stadt zu Segen!

     Dich schützen sei der Bürger Pflicht!

     Sei ein Symbol uns allerwegen.

     Für   G l a u b e n s f r e i h e i t   und für Licht!

 

Bei dem sich anschließenden Festgottesdienst hielt Pastor Peisker-Schweidnitz, ein begnadeter Kanzelredner, die Festpredigt. Am Abend fand im dichtbesetzten Saale des Gasthofes zum „Weißen Roß“ ein Familienabend statt, bei welchem zwischen den Ansprachen zahlreiche musikalische Vorträge die Anwesenden erfreuten. Zum Schluß sei noch erwähnt, daß die Anregung zu der Errichtung des Lutherdenkmals von einem Mitgliede des Löwenberger Männer- und Jünglingsvereins, Lehrer emer. Dehmel, ausgegangen ist. Superintendent Fiedler hat dann die Angelegenheit tatkräftig in die Hand genommen. Die Kosten des Denkmals betragen 4000 Mark. 

 

 

„Der Bote aus dem Riesengebirge“

Mittwoch, 7. August 1907:

Todesanzeige:

Statt besonderer Anzeige.

Nach einem arbeitsreichen Leben verschied heute sanft nach kurzem Krankenlager im 69. Lebensjahre mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwieger- und Großvater, der

frühere Brauereibesitzer

Julius Hohberg.

Dies zeigt im Namen der Hinterbliebenen an

Frau Ernestine Hohberg, geb. Scholz

Löwenberg, Schles., d. 5. August 1907

Beerdigung Donnerstag, den 8. d. M., 4 Uhr nachmittags, vom Trauerhause aus.

 

„Der Bote aus dem Riesengebirge“

Donnerstag, 8. August 1907

Löwenberg, 7. August (Todesfall)

Im Alter von 68 Jahren starb am Sonntag der Dampfbrauerbesitzer und Stadtverordnete   H o h b e r g .   Er war ein weithin bekannter Groß-Industrieller und brachte die früher primitive Stadtbrauerei zu einem großen Unternehmen. Er mußte sich noch vor einigen Tagen der Amputation eines Fußes unterziehen.

 

„Der Bote aus dem Riesengebirge“

Dienstag, 3. September 1907:

Löwenberg, 2. September (Besitz-Wechsel)

Der Gasthof zum „Deutschen Hause“ in Löwenberg, bisher im Besitz von Schunke, ist durch Kauf Eigentum des Paul Klammt aus Neumburg a. Qu. geworden. Die Uebernahme erfolgt am 1. Oktober.

 

„Der Bote aus dem Riesengebirge“

Sonnabend, 28. September 1907

Löwenberg, 27. September

Vom Turmknopf

Nachdem Knopf, Fahne und Stern des nördlichen Turmes der katholischen Pfarrkirche neue Vergoldung erfahren hatten, erfolgte Montag Vormittag der Auszug dieser Stücke, Dem Knopfe wurde die darin vorgefundene alte Urkundenbüchse nebst einer neuen ebenso großen kupfernen Büchse eingefügt, in welcher Herr Erzpriester Dr. Bawra eine ausführliche, für spätere Zeiten interessante Urkunde nebst Münzen und Zeitungen niedergelegt hat.

 

„Der Bote aus dem Riesengebirge“

Sonntag, 6. Oktober 1907

Löwenberg, 5. Oktober

Ein Streit der Gelehrten und Ungelehrten

über die Rechtschreibung des Wortes Reform-Realgymnasium oder Real-Reform-Gymnasium ist hier entbrannt. Während die Gelehrten die erstere Form für die allein richtige halten, fehlt es auch nicht an solchen, die die zweite Form als recht erachten. Veranlassung zu dem Streit gab ein Anbau am hiesigen alten Realgymnasial- oder -gymnasiums-Gebäude, wo die zweite Form am neuen Portal in erhabener Steinschrift eingemeißelt steht. Sollte sich diese Inschrift als unrichtig erweisen, so wird man gezwungen sein, an einer höheren Lehranstalt diese Art richtig zu stellen und anstatt wie jetzt: Städtisches Real-Reformgymnasium dann Städtisches Reform-Realgymnasium zu schreiben.

 

„Der Bote aus dem Riesengebirge“

Dienstag, 5. November 1907

Löwenberg, 4. November - Verschiedenes

Die hiesige freiwillige Feuerwehr ist als Schutzwehr im Sinne des Gesetzes anerkannt worden.

 

„Der Bote aus dem Riesengebirge“

Freitag, 13. Dezember 1907

Löwenberg, 12. Dezember

Die Umwandlung in ein Reform-Realgymnasium

nach Frankfurter System ist genehmigt und bis zur Obertertia durchgeführt. Nach Vollendung der Umwandlung berechtigt das Bestehen der Reifeprüfung zum Studium an den Universitäten und technischen Hochschulen.